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Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V.

Europäisches Saatgutrecht: Die bewährten Grundsätze sind zu erhalten

Fairer Saatgutmarkt und hohe Saatgutqualität müssen bei einer Reform Priorität bleiben

Bonn, 6.7.2023. Die Europäische Kommission hat gestern den Reformvorschlag für das europäische Saatgutrecht vorgelegt. Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) mahnt eine Modernisierung des Rechtsrahmens mit Augenmaß an. „Wir begrüßen, dass die Vorzüge der bestehenden Rechtsvorschriften für die Produktion und Vermarktung von Pflanzenvermehrungsmaterial (PRM – Plant Reproductive Material) anerkannt werden und im Grundsatz in Form der Sortenzulassung und -anerkennung erhalten bleiben sollen“, erklärt BDP-Geschäftsführer Dr. Carl-Stephan Schäfer.
Das geltende europäische Saatgutrecht bildet seit Jahrzehnten den Rahmen für die Versorgung der Landwirtschaft mit Saatgut verbesserter Sorten. Die Prüfung und Beschreibung neuer Sorten im Rahmen der Sortenzulassung durch das Bundessortenamt sichert die Wahlfreiheit und den Züchtungsfortschritt für landwirtschaftliche Betriebe. Die Saatgutanerkennung gewährleistet Gesundheit und Qualität des Saatguts, bevor es auf den Acker gelangt.
Speziell die Wertprüfung neuer Sorten durch die nationalen Behörden sowie die klare Abgrenzung des nicht professionellen vom professionellen Bereich des Saatgutmarkts tragen zur effizienten Entwicklung angepasster Pflanzensorten und zu der Chancengleichheit im Wettbewerb bei. „Der BDP weist darauf hin, dass durch die Schaffung weiterer Ausnahmen und die Reduktion der Standards für bestimmte Produkte die Gefahr besteht, dass die Versorgung der Landwirtschaft mit qualitativ hochwertigem Saatgut sowie die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen gefährdet ist”, merkt Schäfer an.
Zum Hintergrund:
Die EU-Kommission schließt mit Ihrem heutigen Entwurf einen langjährigen Überarbeitungsprozess ab. Vor zehn Jahren begannen die ersten Anstrengungen zur Erneuerung des europäischen Saatgutrechts. Mitte 2013 sollte die Initiative „Better Regulation“ für eine Vereinheitlichung der europäischen Regelungen sorgen. Seinerzeit wurde der Vorschlag vom Europäischen Parlament abgelehnt. Im Jahr 2019 wurde die Revision angestoßen, dieses Mal vor dem Hintergrund des europäischen Green Deal und seines Kernstücks, der Farm-to-Fork-Strategie, sowie der Biodiversitätsstrategie.
Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP):
Der BDP bündelt die Interessen seiner Mitglieder aus den Züchtungsbereichen Landwirtschaft, Gemüse, Zierpflanzen und Reben sowie dem Saatenhandel. Rund 130 Unternehmen sind auf dem Gebiet der Züchtung und dem Vertrieb landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturarten tätig. Davon betreiben 58 eigene Zuchtprogramme. Die einzelnen Firmen arbeiten in der Regel an mehreren Fruchtarten. Der BDP setzt sich auf nationaler und europäischer Ebene für eine optimale Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für die Züchtung und die Saatgutwirtschaft sowie für die Organisation der Pflanzenforschung, für die Förderung neuer Technologien und die Weiterentwicklung des Sorten- und Saatgutwesens ein.
Kontakt:
Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP)
Ulrike Amoruso-Eickhorn
Leiterin Kommunikation und Strategie
Kaufmannstraße 71-73
53115 Bonn
Tel.: 0228 98581-17, Fax: -19
E-Mail: ulrike.amoruso@bdp-online.de
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