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Zuckerrüben

Zuckerrübe - Beta vulgaris
Bis ins hohe Mittelalter haben die Menschen in Deutsch­land aus­schließ­lich mit Honig gesüßt. Seit dem 19. Jahr­hundert wird die Rübe als Zucker­lieferant verwendet. Fast die Hälfte des welt­weit produzierten Zuckers entstammt der Zucker­rübe. Im Jahr 2015 fand in Europa der Zuckerrübenanbau auf einer Fläche von 1,3 Mio. Hektar statt. Dabei wurden 14,9 Mio. Tonnen Weißzucker produziert.
Neben Deutschland mit exakt 254.483 Hektar Anbaufläche im Jahr 2015 sind Frankreich und Polen die Hauptproduzenten in der EU.

Kristallzucker und andere Produkte

Mit einer Ausbeute von 18 Prozent (2015) liefern die Zucker­rüben den Roh­stoff zur Herstellung von Kristall­zucker. Die bei der Zucker­produktion anfallenden Neben­produkte sind Rübe­nblätter und Melasse. Das Rübenblatt wird zur Grün­düngung oder als Rinder­futter verwendet. Die zucker­haltige Melasse dient zur industriellen Alkohol­gewinnung, als Nähr­boden für Hefe­züchtung und wird ebenfalls in der Futter­mittel­industrie eingesetzt. Die Zucker­rübe wird aufgrund ihrer hohen Flächen­produktivität für die Gewinnung von Bioethanol und aufgrund der guten Methan­erträge pro Hektar als schnell vergärbares Substrat für die Bio­gas­erzeugung immer interessanter.
Die Verwertungsrichtung der so genannten Industrierübe, bei der Zucker für die Arzneimittel und pharmazeutische Zubereitung (Human- und Tiermedizin), für chemische und synthetische Stoffe (thermoplastische Kunststoffe), für Zitronen- und Aminosäuren (Futtermittelindustrie) und für Fermentationsprodukte (Hefeproduktion) eingesetzt wird, eröffnet neue Marktsegmente.

Erfolg durch Einzelsamen und hohe Zuckergehalte

Die Zuckergehalte alter Sorten waren sehr gering. Lag der Ertrag der Rüben­ernte in den 30er Jahren noch bei rund 5 Tonnen Zucker pro Hektar, so hat sich die Ausbeute seither auf einen Zucker­ertrag von 11,6 Tonnen pro Hektar (2015) mehr als verdoppelt. Zudem machten die vielsamigen Zuckerrüben die Kultivierung enorm arbeits­aufwändig, denn die Pflanzen mussten im Feld durch das Rüben­hacken vereinzelt werden. 1966 wurde in Deutschland die erste monogerme Hybridsorte zugelassen. Mono­germe Sorten bilden Einzel­samen, so dass das auf­wändige Ver­einzeln entfällt.
Dem mit der Aus­weitung des Zucker­rüben­anbaus ver­bundenen erhöhten Krankheits­druck begegneten die Züchter mit konse­quenter Resistenz­züchtung. Dies hatte Erfolg: 1983 erfolgte die Zulassung der ersten rizomania­toleranten Sorte, 1998 die erste nematoden­resistente Sorte, 2001 die erste rhizoctonia­resistente Zucker­rüben­sorte. Heute können Landwirte aus einer Vielzahl an Zucker­rüben­sorten mit Doppel- und sogar Mehrfachtoleranzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen auswählen, in Abhängigkeit von Standort- und Anbau­beding­ungen.

Anforderungen an Energielieferanten

Die Erträge von 23 Tonnen Zucker pro Hektar sollen schon in wenigen Jahren verwirklicht werden. Auch die Resistenz­züchtung und die Verarbeitungs­qualität stehen im Fokus der Züchtungs­arbeit. Ein besonderes Augen­merk lenken die Züchter auf die An­forder­ungen der neuen Ver­wertung der Zucker­rübe als Energie­lieferant. Bio­tech­nolo­gische Methoden können dabei eine wichtige Rolle spielen.

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