Zuckerrüben![]() Bis ins hohe Mittelalter haben die Menschen in Deutschland ausschließlich mit Honig gesüßt. Seit dem 19. Jahrhundert wird die Rübe als Zuckerlieferant verwendet. Fast die Hälfte des weltweit produzierten Zuckers entstammt der Zuckerrübe. Im Jahr 2009 fand in Europa der Zuckerrübenanbau auf einer Fläche von 1,54 Mio. Hektar statt. Dabei wurden 17,5 Mio. Tonnen Weißzucker produziert. Neben Deutschland mit ungefähr 364.000 Hektar Anbaufläche im Jahr 2009 sind Frankreich und Polen die Hauptproduzenten in der EU. Kristallzucker und andere ProdukteMit einer Ausbeute von 18,15 Prozent (2009) liefern die Zuckerrüben den Rohstoff zur Herstellung von Kristallzucker. Die bei der Zuckerproduktion anfallenden Nebenprodukte sind Rübenblätter und Melasse. Das Rübenblatt wird zur Gründüngung oder als Rinderfutter verwendet. Die zuckerhaltige Melasse dient zur industriellen Alkoholgewinnung, als Nährboden für Hefezüchtung und wird ebenfalls in der Futtermittelindustrie eingesetzt. Die Zuckerrübe wird aufgrund ihrer hohen Flächenproduktivität für die Gewinnung von Bioethanol und aufgrund der guten Methanerträge pro Hektar als schnell vergärbares Substrat für die Biogaserzeugung immer interessanter.Die Verwertungsrichtung der so genannten Industrierübe, bei der Zucker für die Arzneimittel und pharmazeutische Zubereitung (Human- und Tiermedizin), für chemische und synthetische Stoffe (thermoplastische Kunststoffe), für Zitronen- und Aminosäuren (Futtermittelindustrie) und für Fermentationsprodukte (Hefeproduktion) eingesetzt wird, eröffnet neue Marktsegmente. ![]() Erfolg durch Einzelsamen und hohe ZuckergehalteDie Zuckergehalte alter Sorten waren sehr gering. Lag der Ertrag der Rübenernte in den 30er Jahren noch bei rund 5 Tonnen Zucker pro Hektar so hat sich die Ausbeute seither auf einen Zuckerertrag von 11,6 Tonnen pro Hektar (2009) mehr als verdoppelt. Zudem machten die vielsamigen Zuckerrüben die Kultivierung enorm arbeitsaufwändig, denn die Pflanzen mussten im Feld durch das Rübenhacken vereinzelt werden. 1966 wurde in Deutschland die erste monogerme Hybridsorte zugelassen. Monogerme Sorten bilden Einzelsamen, so dass das aufwändige Vereinzeln entfällt.Dem mit der Ausweitung des Zuckerrübenanbaus verbundenen erhöhten Krankheitsdruck begegneten die Züchter mit konsequenter Resistenzzüchtung. Dies hatte Erfolg: 1983 erfolgte die Zulassung der ersten rizomaniatoleranten Sorte, 1998 die erste nematodenresistente Sorte, 2001 die erste rhizoctoniaresistente Zuckerrübensorte. Heute können Landwirte aus einer Vielzahl an Zuckerrübensorten mit Doppel- und sogar Mehrfachtoleranzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen auswählen, in Abhängigkeit von Standort- und Anbaubedingungen. ![]() Anforderungen an EnergielieferantenDie Erträge von 15 Tonnen Zucker pro Hektar sollen schon in wenigen Jahren verwirklicht werden. Auch die Resistenzzüchtung und die Verarbeitungsqualität stehen im Fokus der Züchtungsarbeit. Ein besonderes Augenmerk lenken die Züchter auf die Anforderungen der neuen Verwertung der Zuckerrübe als Energielieferant. Biotechnologische Methoden können dabei eine wichtige Rolle spielen. | Aktuelles Meldungen aus der Branche. Downloads Broschüren zum Herunterladen. Stellenmarkt Jobs mit Zukunft. Anfahrt So finden Sie den Weg zu uns. | |
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