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Kartoffel

Kartoffel - Solanum tuberosum
Erst im 16. Jahrhundert kam die Kartoffel - zunächst als Zierpflanze - nach Europa, seit dem 18. Jahrhundert wird sie landwirtschaftlich genutzt und kultiviert. Die Kartoffel ist in Deutschland das Grundnahrungsmittel Nummer Eins. Im Jahr 2013 betrug die Weltproduktion insgesamt 368 Millionen Tonnen Kartoffeln, wovon Deutschland circa 10 Millionen Tonnen beisteuerte. Die führenden Länder im Kartoffelanbau sind China, Russland und Indien.

Vielseitige Knolle

In Deutschland werden circa 45 Prozent der Erntemengen für den Nahrungsmittelbereich verwendet. Speisekartoffeln werden dabei nach Erntezeitpunkt in früh, mittelspät, spät und ihren Kocheigenschaften in festkochend, vorwiegend festkochend, mehlig unterschieden. Der Verzehr erfolgt als Frischware oder Fertiggerichte wie Pommes Frites, Chips, Pürreeflocken, Kroketten oder Rösti. Zudem werden Kartoffeln für die Stärkegewinnung und Ethanolproduktion verwendet. Als Futtermittel hat die Kartoffel nur noch geringe Bedeutung.

Qualität und Reifeverfrühung

Die krankheitsbedingt stark schwankenden Ernteerträge waren Anlass, die Kartoffel ab dem 19. Jahrhundert züchterisch zu bearbeiten. Züchterischer Fortschritt machte Kartoffeln widerstandsfähig. Ohne Resistenzzüchtung wäre der Anbau heute auf vielen Flächen nicht mehr möglich. Für die Landwirte von besonderem Vorteil ist die züchterisch erzeugte Reifeverfrühung, die eine frische Ernte über einen längeren Zeitraum zugunsten der Kartoffelqualität bei gutem Ertrag ermöglicht. Gleichmäßige glatte Knollen erleichtern im Vergleich zu den kleinen, schrumpeligen Urkartoffeln die Ernte, Lagerung und ermöglichen eine einfachere Zubereitung. Die Auswahl an Kartoffelsorten mit unterschiedlichen Eigenschaften ist enorm. Pro Jahr werden im Schnitt 12 neue Kartoffelsorten durch das Bundessortenamt zugelassen. Im Jahr 2013 sind insgesamt 190 Kartoffelsorten zum Anbau zugelassen.

Kartoffelzüchtung bleibt anspruchsvoll

Die Entwicklung neuer Kartoffelsorten ist aufwändig und wegen des geringen Vermehrungsfaktors besonders anspruchsvoll. Die Verbesserung der Verarbeitungsqualität sowie Fortschritte bei Resistenzen, Qualität und Ertrag werden auch weiter im Fokus der Züchter stehen. Immer stärker werden dafür auch biotechnologische Methoden eingesetzt und als Chance gesehen, bisher nicht realisierte Züchtungsziele, z.B. Resistenzen gegen Phythophtora infestans (Kraut- und Knollenfäule) zu realisieren.

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