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Präzisionszüchtung

Neue Techniken in der Pflanzenzüchtung

Unsere heutige Welt mit einer rasant steigenden Weltbevölkerung, knapper werdenden Ressourcen und sich verändernden klimatischen Bedingungen macht eine zukunftsorientierte Pflanzenzüchtung, die ihre Züchtungsmethoden kontinuierlich weiter entwickelt, wichtiger denn je. Heute stehen dem Züchter über die Kenntnis der pflanzlichen Genetik neue Methoden zur Verfügung, die es ihm ermöglichen, Züchtung immer genauer, zielgerichteter und damit effizienter zu machen. Deswegen werden die sogenannten neuen Züchtungstechniken mitunter auch als Präzisionszüchtung bezeichnet.
Der Begriff »neue Züchtungstechniken« beschreibt verschiedene Techniken, die in den letzten Jahren entwickelt wurden und nun allmählich in der Pflanzenzüchtung zum Einsatz kommen. Sie ergänzen die vorhandenen Methoden und eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, um Pflanzen züchterisch zu bearbeiten. Durch ihre Präzision ermöglichen sie, zeitraubende Abläufe des klassischen Züchtungsprozesses zu umgehen oder zu beschleunigen. Sie ergänzen somit den Werkzeugkasten des Pflanzenzüchters.
Einige dieser neuen Verfahren lösen an einer ganz bestimmten Stelle eines vorher bekannten Gens punktuelle Mutationen aus (z. B. Oligonukleotid gerichtete Mutagenese (ODM), Zink-Finger 1/2), andere können zielgenau einzelne Gensequenzen und damit die Ausprägung bestimmter Eigenschaften blockieren (z.B. RNA induzierte Methylierung . Darüber hinaus werden auch Verfahren weiter entwickelt, die einen Gentransfer ermöglichen (z.B. Cisgenetik, Zink-Finger 3).
Alle diese Verfahren bedienen sich molekulargenetischer Werkzeuge, aber sind sie deshalb Gentechnik? Mit der Beantwortung dieser Frage hat die EU-Kommission im Jahr 2008 Experten aus den Zulassungsbehörden der EU-Mitgliedstaaten beauftragt. Zudem hat sich in Deutschland die Zentrale Kommission für biologische Sicherheit (ZKBS) mit der Thematik befasst. Das Ergebnis: Die meisten dieser neuen Züchtungstechniken führen nicht zu Pflanzen, die vor dem Hintergrund der EU-Gesetzgebung als GVO einzustufen sind. Die EU-Kommission ist nun aufgefordert, in diesem Sinne eine Empfehlung zu verabschieden, um Rechtssicherheit für Wissenschaft und Wirtschaft zu schaffen, welche der neuen Techniken zu GVO führen und welche nicht. Denn verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen sind Voraussetzung, um Innovation in der Pflanzenzüchtung sicherzustellen.
Weitere Informationen zum Thema:
Broschüre »Pflanzenzüchtung - wie wir von der Natur lernen« (PDF, 893,28 KB)

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