Deutschlands größtes Kartoffelforschungsprojekt gestartet:
POMORROW – Potatoes for tomorrow
Weltweit lagern über 82.000 Kartoffel-Akzessionen in Genbanken – ein bislang kaum gehobener Schatz genetischer Vielfalt. „Natürlich ist der Schutz pflanzengenetischer Ressourcen in Genbanken an sich schon sehr wertvoll für nachfolgende Generationen, man weiß ja nie welche Herausforderungen noch zu meistern sind“, sagt Dr. Vanessa Prigge vom Kartoffelzüchtungsunternehmen SaKa Pflanzenzucht GmbH & Co. KG, Gesamtkoordinatorin des Verbundprojekts. „Doch erst durch die Nutzung in Züchtungsprogrammen entwickeln genetische Ressourcen ihr volles Potenzial als Reservoir nützlicher genetischer Vielfalt, die die Basis der Sortenzüchtung ist.“
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Neue Wege in der Kartoffelzüchtung
Ein zentrales Innovationsfeld des Projekts ist die Anwendung von Genomeditierung mit CRISPR-Technologie. Diese soll gezielt neue Eigenschaften in schwer zugängliche Elitesorten einführen – ohne aufwändige Rückkreuzungen. Ergänzt wird dieser Ansatz durch Vorhersagemodelle (Genomic Prediction), mit denen erstmals auch genetische Information mit nur kleinen Effekten auf die Merkmalsausprägung aus genetischen Ressourcen effizient in die Züchtung neuer Kartoffelsorten einfließen können.
„Mit POMORROW erschließen wir die genetische Vielfalt der Kartoffel systematisch und kombinieren sie mit modernsten Züchtungstechnologien. Damit schaffen wir die Grundlage für robuste, gesunde und ertragreiche Sorten, die den künftigen Anforderungen von Landwirtschaft, Ernährung und Klima gewachsen sind.“
— Prof. Dr. Benjamin Stich, wissenschaftlicher Koordinator POMORROW, Julius-Kühn Institut
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Ein starkes Bündnis aus Wissenschaft und Wirtschaft
Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Projekt vereint Spitzenforschung mit praktischer Züchtungskompetenz. Die Fördersumme in Höhe von rund 4,7 Mio. Euro wird den Projektpartnern im Rahmen des BMFTR-Programms „Moderne Züchtungsforschung für klima- und standortangepasste Nutzpflanzen von morgen“ zur Verfügung gestellt. Angesiedelt ist das Projekt beim Projektträger Jülich. Die Projektdauer beträgt 4 Jahre (05/2025 – 05/2029).
Wissenschaftliche Partner:
- Julius-Kühn-Institut (JKI)Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK)
- Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen, Universität Münster (IBBP)
- Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie (MPIMP)
- Institut für Pflanzenschutz, Hochschule Geisenheim University (HGU)
- SaKa Pflanzenzucht GmbH & Co. KG
- Europlant Innovation GmbH & Co. KG
- Norika GmbH
- Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e. V. (GFPi)
Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e. V. (GFPi)
Dr. Sarah Lange
Kaufmannstraße 71 - 73, 53115 Bonn
Telefon: 0228-9 85 81-64
E-Mail: gfpi@bdp-online.de
Website: www.gfpi.net
Bild 1: Die in der deutschen Genbank eingelagerten Kartoffelakzessionen, hier zur Vermehrung im Gewächshaus beim IPK in Groß Lüsewitz angebaut, beeindrucken durch ihre Vielfalt – und liefern bestenfalls im Projekt POMORROW die entscheidenden genetischen Varianten, um zukünftige Kartoffelsorten noch klimaresilienter und leistungsfähiger zu machen. Foto: GFPi.