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Aktuelles

CD-Seed - Ein stabiler Saatgutsektor für Äthiopien

16.08.2019
Quelle: http://www.upglobal
network.org/ethiopia/
Projekte
Der ostafrikanische Binnenstaat mit etwa 109 Millionen. Einwohnern ist in vielen Belangen ein typisches Entwicklungsland. Die Armut und Ernährungsunsicherheit sind hoch; ein Großteil der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft, die mit 37 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt (FAO; World Bank). Gleichzeitig verfügt das Land über gut ausgebildete Nachwuchskräfte in Wissenschaft und Forschung und eine Regierung, die die industrielle Entwicklung des Landes vorantreiben will. Um qualifiziertes Personal im Land zu halten und den Fortschritt zu stärken, müssen Institutionen und Strukturen für eine effiziente Landwirtschaft etabliert werden.

Projektbeschreibung

Äthiopien und Deutschland verfolgen das langfristige Ziel, die Verfügbarkeit von pflanzengenetischen Ressourcen (PGR) für Landwirtschaft und Ernährung sicherzustellen. Beide Länder haben sich als Vertragsparteien im Internationalen Vertrag über PGR für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGR) der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von PGR verpflichtet.
Als Maßnahme, um die Ziele des ITPGR zu erreichen, haben GFPi, KWS und das BMEL die Projektidee zu CD-Seed entwickelt. Im Fokus des Projektes stehen die Aus- und Fortbildung äthiopischer Pflanzenzüchter und Landwirte sowie die Unterstützung regionaler Züchtungsprogramme. Das übergeordnete Ziel des Projektes ist es, ein funktionierendes System zu etablieren, das die Versorgung äthiopischer Landwirte mit hochwertigem Saatgut ermöglicht.
Die Bereitstellung leistungsfähiger, in Äthiopien gezüchteter Sorten ist eine Maßnahme, die nicht kurzfristig umzusetzen ist. Die Etablierung eines funktionstüchtigen Systems zur Versorgung der äthiopischen Landwirtschaft mit standortangepassten Sorten bedarf einer langfristigen Planung. Die Laufzeit des Projektes wird daher auf 15 Jahre festgelegt, unterteilt in 5 Projektphasen à drei Jahren. Die Schwerpunkte des Projektes sind die Evaluierung und Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen, die Stärkung der Züchtung von Weizen und Gerste sowie die Saatgutversorgung im kleinbäuerlichen Bereich.

1. Projektphase 2012 - 2014

2012

Das Kooperationsprojekt von GFPi, KWS, BMEL und GIZ startete im Januar 2012. In Äthiopien sind v. a. die Kulturarten Weizen und Gerste von Bedeutung. Zunächst fokussierten sich die Aktivitäten im Projekt also auf diese beiden Getreidearten.
Zwischen den Genbanken auf deutscher und äthiopischer Seite wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen. Dieser Vertrag soll den wissenschaftlichen Austausch zwischen den Projektpartnern zur Bewertung und Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen erleichtern.
Dr. Gemedo Dalle, Director, Ethiopian Institute of Biodiversity Conservation (1. v. r.) unterzeichnete gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Dr. Alganesh Tesema (2. v. l.) den Kooperationsvertrag zur länderübergreifenden Zusammenarbeit beider Genbanken.

2013

Handkreuzung im Rahmen einer Schulung in Holetta.
Es wurden verschiedene Schulungen äthiopischer Pflanzenzüchter und Wissenschaftler in Äthiopien durchgeführt. Inhalte waren die Selbstbefruchter-Züchtung, ein Kreuzungstraining an Weizen und Gerste, der Einsatz einer Parzellendrillmaschine sowie eine Schulung im Bereich Bioinformatik, in der die Verwendung des Statistik-Programms R trainiert wurde. Zusätzlich wurden in der äthiopischen Genbank Schulungen zu Erhaltung, Charakterisierung und Evaluierung von PGR durchgeführt.
Nutzung einer Parzellendrillmaschine im Rahmen einer Schulung in Kulumsa.
Hochwertiges Saatgut wurde an 230 äthiopische Kleinbauern verteilt. Sie ernteten im Schnitt 10 – 20 % mehr als mit ihrem üblich verwendeten Saatgut. Die erhaltene Menge Saatgut wurde nach der Ernte zurückgegeben und der Überschuss an Nachbarn und kleinbäuerliche Kooperativen verteilt.

2014

Kreuzungsarbeiten v. a. an Gerste wurden mit dem Fokus auf Qualität und Krankheitsresistenz durchgeführt. Dazu wurde auch von deutscher Seite zur Verfügung gestelltes Sortenmaterial intensiv genutzt. In diesem Jahr begann die Ausbildung von sechs äthiopischen Trainees in Deutschland an verschiedenen Standorten, um moderne Methoden zum Einsatz der Marker gestützten Selektion, Genbankmanagement und die Doppelhaploid-Technologie zu erlernen.
Die Aktivitäten zur Verteilung von Saatgut in 2013 wurden 2014 ausgedehnt. Hochwertiges Saatgut wurde an 700 Landwirte verteilt. Zusätzlich wurden Trainings und Beratungseinheiten zur Erzeugung von Qualitätssaatgut durchgeführt.
Die Projektfortschrittskontrolle im Auftrag des BMEL verlief positiv, sodass das BMEL die weitere Förderung bewilligte. Das Projekt CD-Seed wird als Teil der Initiative „Beitrag zur Förderung nachhaltiger landwirtschaftlicher Produktivität in Äthiopien“ (Supporting Sustainable Agricultural Production – SSAP) fortgeführt. Der Zusammenschluss von drei bisher unabhängigen Teilprojekten zu dieser Initiative ermöglicht eine Bündelung der Kompetenzen in verschiedenen Bereichen.

2. Projektphase 2015 – 2017

2015

Das Aus- und Fortbildungskonzept im Rahmen des CD-Seed Projektes wurde weiterhin gut angenommen. Äthiopische Wissenschaftler und Pflanzenzüchter wurden u. a. in den Bereichen Zuchtmethodik, Datenverarbeitung und Feldversuchswesen geschult.
Auf der Basis des zu Beginn des Projektes geschlossenen Kooperationsvertrages zwischen der deutschen und äthiopischen Genbank konnten mehr als 7.000 Genbankakzessionen nach Äthiopien repatriiert werden.
Die Verteilung von hochwertigem Saatgut an äthiopische Landwirte wurde auf 1.000 Kleinbauern ausgeweitet. Die Ernteerträge lagen im Vergleich zur Verwendung des üblichen Saatgutes bis zu 30 % höher. Durch die sich an die Ernte anschließende Verteilung des überschüssigen Saatgutes an Nachbarn konnten etwa 10.000 Landwirte von dem Anbau des hochwertigen Saatgutes profitieren.

2016

Das Schulungskonzept wurde weitergeführt. Äthiopische und deutsche Pflanzenzüchter- und forscher tauschen sich regelmäßig aus und erweitern ihr Wissen z. B. in den Genbanken beider Länder.
Neben der Aus- und Weiterbildung der Menschen in der Pflanzenzüchtung ist auch die Ausstattung mit hochwertiger Technik von großer Bedeutung für eine qualitativ hochwertige Pflanzenzüchtung. Im Rahmen des Projektes wurden den Projektpartnern in Äthiopien ein Kjeldahl-Automat sowie ein NIR-Analyse-Gerät bereitgestellt.
Die Verteilung von Saatgut an die äthiopischen Landwirte wurde in diesem Jahr das erste Mal an drei Saatgutkooperativen übertragen. Diese verkauften das Saatgut an die Landwirte. Als eine zukünftige Aufgabe wurde die Unterstützung der Saatgutkooperativen bei der fachgerechten Saatgutlagerung, -aufbereitung und -verteilung identifiziert

2017

Durch die Finanzierung des Baus einer neuen Kühlkammer wird ein wichtiger Beitrag zur Aufbewahrung, zum Schutz und zur Nutzung von autochthonen Landrassen geleistet.
Im Rahmen des Projektes CD-Seed wird der Fokus ab 2017 auf die Züchtung von Gerste als Brau- und Speisegerste gelegt.
Anfang des Jahres wurde im Auftrag des BMEL eine Evaluierung des SSAP-Programms durchgeführt. Die Gutachter empfehlen dem BMEL, die Förderung für eine weitere dreijährige Phase fortzusetzen. Neben inhaltlichen Schwerpunkten wird auch empfohlen, die bisher beteiligten Partner in Wissenschaft und Wirtschaft weiter in die Planung und Durchführung der nächsten Förderphase einzubinden.

3. Projektphase 2018 – 2020

2018

Mit dem Bau einer Kühlkammer ist das Ethiopian Biodiversity Institute (EBI) erstmals in der Lage die Langzeiteinlagerung der pflanzengenetischen Ressourcen entsprechend dem internationalen Standard bei -20°C zu gewährleisten.
Dr. Gemedo, Botschafterin Wagener, Hr. Wacker & Dr. Melesse (von links) bei der Einweihung der Kühlkammer im Ethiopian Biodiversity Institute am 3.7.2018.
Zwei junge Gerstenzüchter des Ethiopian Institute of Agricultural Research (EIAR) konnten ihre neu erworbenen Kompetenzen im Rahmen mehrmonatiger Praktika in der Sommergerstenzüchtung in Deutschland festigen.
In Äthiopien wurde 2018 ein neues Sortenschutzgesetz verabschiedet, das staatliche, aber insbesondere auch kommerzielle Saatgutproduktion stimulieren wird.

2019

Im April reiste Dr. Peer Wilde (Senior Breeding Advisor KWS) nach Äthiopien, um dort ein viertägiges Seminar zu Züchtungsmethodik und -management durchzuführen. Lesen Sie im Folgenden seinen Reisebericht.

Reisebericht zum CD-SEED Seminar 8-12 April 2019 in Addis und Holetta

Von: Dr. Peer Wilde, Senior Breeding Advisor KWS
Dr. Peer Wilde studierte Agrarwissenschaften an der Universität Bonn. 1987 wurde er an der Universität Stuttgart-Hohenheim promoviert, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Landessaatzuchtanstalt über mehrere Jahre tätig war. Von 1988 bis 2017 leitete er das Hybridroggen-Züchtungsprogramm der KWS Lochow GmbH. Seit 2017 ist er als Senior Breeding Advisor für verschiedene Aufgabengebiete, unter diesen das CD-Seed Projekt, tätig.
CD-SEED ist ein von BMEL, der KWS SAAT SE und der GFPi gefördertes Projekt, in dessen Rahmen in Zusammenarbeit mit der GIZ, der Saatgutsektor in Äthiopien weiter aufgebaut werden soll. Ein wichtiges Arbeitsfeld in diesem Projekt ist die Unterstützung des Gerstenzüchtungsprogrammes, das das staatliche Ethiopian Institute of Agricultural Research (EIAR) betreibt.
Rund 8 Stunden dauert der Flug von Frankfurt nach Addis, den man am besten möglichst weitgehend im Schlaf verbringt. Denn gleich nach der Ankunft frühmorgens auf dem Flughafen Addis Bole, kurzer Fahrt ins Hotel und Duschen geht es in die erste Besprechungsrunde im GIZ-Büro. Berhane Lakew, Chef des EIAR-Gerstenzüchterteams, GIZ-Komponenten-Managerin Andrea Rüdiger, ihre Kollegin Rebeka Gebretsadik und ich legen gemeinsam die letzten Details zu unserem nachfolgenden viertägigen Seminar zu Züchtungsmethodik und -management fest.
Das Seminar wird auf der Zuchtstation Holetta, rund 40 km nordwestlich von Addis stattfinden. Addis und das umgebende Hochland verfügen zwar über stattliche 1.200 mm Jahresniederschlag, aber in den Monaten Oktober bis Januar ist es trocken. Auch die nachfolgenden Monate der sogenannten Belg-Saison Februar bis Juni verfügen über weniger Wasser. Im Rahmen von CD-SEED wurde daher in Holetta in eine Beregnungsanlage und ein Wasserbassin investiert, mit denen alle Zwischengenerationen des Zuchtprogrammes und erste Saatgutvermehrungen abgesichert werden. Damit sind beste Voraussetzungen gegeben, um die Meher-Saison, die eigentliche Hauptvegetationsperiode von Juni bis November, mit Prüfmaterial zu versorgen, das dann in Form von Einzelpflanzen, Beobachtungsreihen oder Ertragsparzellen angebaut wird.
Dr. Wilde (1. v. rechts) und Dr. Rüdiger (3. v. rechts) mit den Teilnehmern des Seminars.
Zu unserem Seminar sind Züchter aus allen wichtigen Stationen des Landes angereist, auf denen Speise- aber auch Braugerste gezüchtet wird. In Äthiopien ist Gerste ein besonders interessantes Getreide, weil es einerseits „das Brot des armen Mannes“ ist, andererseits aber den Kleinbauern mit der Produktion von Braugerste auch ganz neue Möglichkeiten der Wertschöpfung eröffnet.
Dr. Rüdiger und Dr. Wilde diskutieren mit den Gerstenzüchtern im Zuchtgarten
Wie bei ordentlichen Züchtern nicht anders zu erwarten, wollten alle natürlich zuerst die Feld-Experimente sehen. Zu besichtigen war u. a. der Durchkreuzungsblock mit allen im Jahr 2018 selektierten Elternlinien, F2-Populationen, die zur F3-Generation fortgesetzt werden und eine große Saatgutproduktion mit äthiopischen Landrassen, die in einem wissenschaftlichen Experiment näher charakterisiert werden.
Vorzüglich entwickelte Pflanzen beweisen, dass die äthiopischen Kollegen Zwischengenerationen als Chance für schnelle Züchtungszyklen begreifen und diese auch professionell nutzen.
Unter den Züchtern sind etliche „young talents“, die ihr Wissen aus Bachelor- oder Masterstudium erweitern wollen und zu diesem Zweck Vorträge für unser Seminar vorbereitet hatten. So wurden z. B. die Verteilung von 240.000 F3-Einzelpflanzen für die Selektion auf verschiedenen Standorten oder die häufig noch unzureichende Qualität von Leistungsprüfungen in den fortgeschrittenen Generationen intensiv diskutiert.
Weitere Vorträge beschrieben das Datenmanagement beginnend bei der Merkmalsaufnahme mit Tablets im Feld bis zum fertigen Analyse-Dokument, das „user-friendly“ dem Züchter vor der neuen Belg-Saison im Januar vorliegen sollte. Die Rekalibration von Qualitätsmerkmalen wie z. B. Protein-, Extrakt- oder Betaglucan-Gehalt für das aus Projektmitteln finanzierte NIRS-Gerät wurde als entscheidend für die Selektion auf diese Merkmale erkannt.
Hilfreich waren diese Vorträge nicht zuletzt auch für die Jury, die über die Praktikumsplätze in Deutschland für das Jahr 2019 zu entscheiden hatte. Schließlich konnten drei sehr gute junge Züchter identifiziert werden. Als Projektkoordinator freue ich mich natürlich ganz besonders, dass wir für diese Praktika so qualifizierte Ausbilder wie Elke Hilscher, Chemie-AG Leiterin KWS in Einbeck, und Eberhard Laubach, Gerstenzüchter der Nordsaat Saatzucht GmbH auf der Zuchtstation Gudow, gewinnen konnten. Ihnen und ihren Teams sei schon jetzt ein herzlicher Dank für ihre Mitwirkung ausgesprochen!

Statusbericht zum Entwicklungsstand der Saatgutkooperativen

Von Dr. Andrea Rüdiger, Projektkoordinatorin GIZ
Dr. Andrea Rüdiger ist studierte Sozialwissenschaftlerin und promovierte an der Universität Oxford zur Nutzung von biologischer Vielfalt und zu Saatgutsicherheit in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft in Äthiopien. Zudem war sie von 2013-15 als Forschungsbeauftragte für Bioversity International tätig. Seit Ende 2018 verantwortet Dr. Rüdiger die Komponente CD-Seed im Programm zur Förderung nachhaltiger Produktivität in Äthiopien der GIZ.
Im Rahmen des Programms Supporting Sustainable Agricultural Production (SSAP) werden seit 2016 gezielt neun Genossenschaften in den Regionen Tigray, Amhara und Oromia dabei unterstützt, die Saatgutvermehrung als Geschäft zu professionalisieren. Kleinbauern, die bestimmte Mindestkriterien erfüllen, z. B. bezogen auf Landbesitz und Erfahrung, haben sich freiwillig in so genannten Primärkooperativen zusammengeschlossen, um gemeinschaftliche zertifiziertes Saatgut zu produzieren.
Damit kann die sehr hohe Nachfrage nach Saatgut bedient werden. Erst seit 2012 liberalisiert sich der Saatgutmarkt in Äthiopien langsam, ist aber weiterhin von staatlichen Unternehmen mit begrenzten Kapazitäten dominiert. Darüber hinaus können Kleinbauern somit ein sicheres Einkommen erlangen. Das ist für eines der Länder mit dem weltweit niedrigsten Jahreseinkommen pro Kopf von $783 (2017, World Bank) von zentraler Bedeutung.
Neben Organisations- und Managementberatung, unterstützt SSAP die genossenschaftlich organisierten Kleinbauern auch mit Trainings zur Verbesserung der Produktionsmethoden und damit zur Steigerung der Erträge. Gute landwirtschaftliche Praktiken, wie die Reihensaat, die korrekte Nutzung von Dünger sowie das Jäten zum richtigen Zeitpunkt verbessern die Produktion.
Im laufenden Jahr werden die Vorstände der Genossenschaften u. a. mit Trainingseinheiten befähigt, sowohl ein solides Finanzmanagement sowie eine Managementstruktur mit klaren Verantwortlichkeiten und Kontrollen aufzubauen. Mittlerweile liegen von allen Genossenschaften eigenständig überarbeitete Geschäftspläne vor.
Trainingseinheit zu Reihensaat mit Ochsenpflug im Rahmen der Trainings zu guten landwirtschaftlichen Praktiken mit Vorstehern verschiedener SSAP unterstützter Kooperativen, Forschungsstation Holetta.
Nach besonders guten Verkaufspreisen in der vergangenen Saison 2018, konnten alle Genossenschaften im Vergleich zum Vorjahr hohe Gewinne erzielen und profitabel wirtschaften. 2018 vermehrten die neun Kooperativen 994 Tonnen Gersten- und Weizensaatgut. Die Menge reicht aus, um 28.400 Haushalte mit Saatgut zu versorgen.
Unterstützungsbedarf besteht weiterhin dabei, die Kooperativen auf dem Weg zur Erlangung eines Zertifikates zu begleiten, das ihnen erlaubt zertifiziertes Saatgut direkt zu vermarkten. Dafür müssen bestimmte Kriterien, wie z. B. adäquate Lagermöglichkeiten sowie eine interne Qualitätskontrolle, erfüllt werden. SSAP hält dabei engen Kontakt zu den staatlichen Kontrollbehörden, um diesen Prozess effektiv begleiten zu können. Darüber hinaus hilft SSAP den Genossenschaften dabei, verlässliche Quellen für das knappe Vorstufensaatgut zu erschließen. Das Saatgut wird dann von den Kleinbauern selbst bezahlt.
Da das Mandat zur Bereitstellung von Basissaatgut momentan ausschließlich in den Händen der staatlichen, landwirtschaftlichen Forschungsinstitutionen liegt und diese nur begrenzt über Land verfügen, herrscht Jahr für Jahr Knappheit. Deshalb setzt sich SSAP mit den guten Verbindungen in die relevanten Institutionen dafür ein, dass die Kooperativen ausreichend Basissaatgut zur Vermehrung erhalten.
Bis zum Ende der aktuellen Programmphase sollen alle neun Genossenschaften die offizielle Genehmigung erhalten, zertifiziertes Saatgut nicht nur vermehren, sondern es auch direkt vermarkten zu können. Aktuell erfüllt nur eine Kooperative die Kriterien, wie z. B. angemessene Lagerräume sowie eine interne Qualitätskontrolle durch entsprechend qualifiziertes Personal. Die anderen acht Genossenschaften vermarkten das Saatgut bisher durch das genossenschaftliche System, wobei der Einfluss auf die Verkaufspreise sowie die Wertschöpfung geringer ist.

Förderung für junge Wissenschaftler

15.04.2019
Themenbereich Nachwachsende Rohstoffe
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt Forscher-Nachwuchsgruppen im Bereich Nachwachsende Rohstoffe - Projektvorschläge können bis zum 16.09.2019 eingereicht werden.
Mehr Infos gibt es hier.

Kurzbericht zur Grünen Woche 2019

05.02.2019
Phänotypisierungstechniken faszinieren Besucher auf der Grünen Woche 2019
In Halle 4.2 präsentierte sich die GFPi dieses Jahr unter dem Motto »Feldphänotypisierung - Innovative Technologien für die Pflanzenzüchtung«.
Vorgestellt wurde auch das vom BMEL über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderte Verbundprojekt »SENSELGO«. Ziel des Projektes ist, Triticale als ressourceneffiziente Rohstoffpflanze mittels Präzisionszüchtung zu etablieren. Mit der selbstfahrenden »BreedVision«-Plattform werden neben dem Biomasseertrag Merkmale wie u. a. auch die Fotosyntheseaktivität sowie physiologische Merkmale erfasst. Diese Daten werden mit modernen Verfahren der Genotypisierung, Genomik und Bioinformatik so kombiniert, dass eine Vorhersage der gewünschten Eigenschaften im Züchtungsprozess ermöglicht wird.
Phänotypisierung zum Anfassen
Als Highlight konnte am GFPi-Stand selbstständig die Biomasseerfassung durch den Sensor der BreedVision-Plattform ausgetestet werden. Dadurch hatten die Besucher die Möglichkeit ein Verständnis für die Arbeit in der Pflanzenzüchtung und -forschung zu erlangen.
Autonom auf dem Feld
Ein Film zu verschiedenen selbstfahrenden Gerätschaften, die die Pflanzenzüchtung und den -anbau präziser machen, erwies sich als Anziehungspunkt, vor allem für die technikaffinen Standbesucher.
Saatgut to go
Besonderer Beliebtheit erfreute sich die GFPi-Saatgutbar, an der sich die Messebesucher die Grundlage für die nächste Aussaat zapfen konnten. Zusätzlich zum Saatgut wurden die Interessenten mit Informationen zu den verschiedenen Kulturarten und der Arbeit der GFPi in der Pflanzenzüchtungsforschung versorgt.
Insgesamt zieht die GFPi ein positives Fazit nach der Grünen Woche, gute Gespräche und Diskussionen über die Notwendigkeit von Forschung und Innovation in der Pflanzenzüchtung machen den Messeauftritt zu einem gelungenen Jahresauftakt.
Weitere Informationen über innovative Technologien für die Pflanzenzüchtung finden Sie in unserem Flyer Feldphänotypisierung im Downloadcenter.

Aktuelle Pressemitteilung

14.01.2019
Bioökonomie braucht Pflanzenzüchtungsforschung
GFPi auf der Grünen Woche 2019
Bonn, 14.01.2019 - Die Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e. V. (GFPi) wird vom 18. bis 27. Januar 2019 wieder mit einem Messestand an der Internationalen Grünen Woche in Berlin teilnehmen. Unter dem Motto »Bioökonomie beginnt mit Pflanzenzüchtung« informiert die GFPi in Halle 4.2 am Stand 302 über die Verwendungs-möglichkeiten von Kulturpflanzen und den Beitrag der Pflanzenzüchtungsforschung für eine ressourcenschonende und vielseitige Landwirtschaft.
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