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Die Gregor Mendel Stiftung

Die Pflanzen­züchter wünschen einen inten­siveren ge­sell­schaft­lichen Diskurs über die Not­wen­dig­keit und Be­deutung der Pflanzen­züchtung. Zu diesem Zweck haben sie am 5. November 2002 in Bonn die Gregor Mendel Stiftung gegründet. Die Stiftung bietet ein Forum für die Auseinandersetzung mit Zukunftsfragen rund um das Thema Pflanze. Die von der Gregor Mendel Stiftung ausgerichteten Kolloquien und Diskussions­veranstaltungen finden interdisziplinäre Beachtung und tragen erfolgreich zur Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und gesellschaftlichen Entscheidungsträgern bei.
Die Gregor Mendel Stiftung fördert innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Pflanzenzüchtung. Herausragende Erfolge auf dem Gebiet der Pflanzenzüchtung zeichnet die Stiftung mit dem Innovationspreis Gregor Mendel aus.

Herausragende Wissenschaftskommunikation sowie mutiges Eintreten für Innovation und Forschungsfreiheit gewürdigt

Die Gregor Mendel Stiftung hat am 4.4.2011 in Berlin ihren Innovationspreis an Andreas Sentker verliehen. Der Preisträger ist Leiter des Ressorts Wissen der Wochenzeitung DIE ZEIT, Herausgeber des Magazins ZEIT Wissen und Gastgeber des ZEIT FORUMS der Wissenschaften. Die Stiftung zeichnete Sentker für sein journalistisches und publizistisches Werk aus. Andreas Sentker hat sich mit seinem brückenbildenden Eintreten für Innovation und Forschungsfreiheit um die moderne Pflanzenforschung und die Verwirklichung ihrer Potenziale für eine zukunftsfähige Gesellschaft verdient gemacht.
Prof. Dr. Joachim von Braun, Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung an der Universität Bonn, würdigte Sentker als mutigen Vermittler zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. "Dies wird am Beispiel seiner Artikel zur Innovation in der Pflanzenzüchtung und Gentechnik deutlich, die stets auf Evidenz achten", so von Braun. In seiner Laudatio stellte er fest, dass die Wissenschaft gerade derzeit vor wichtigen Aufgaben stehe und Forschung unerlässlich sei. Alle bisherigen großen Erfolge, z. B. zur Bekämpfung des Hungers in der Welt, seien schließlich ohne erheblichen Forschungsinput nicht denkbar.
Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie und Nobelpreisträgerin, kritisierte das Misstrauen, das den Forschern vor allem durch die restriktive Gesetzgebung entgegengebracht werde. Deutschland habe eine gute Tradition gewis-senhafter Qualitätskontrolle durch die Einbeziehung von Ethikkommissionen und das "peer review" System (Gutachten durch fachnahe Experten). "Die Forschungsfreiheit, die uns nach dem Grundgesetz gewährleistet ist, bedeutet doch, dass die Forscher frei sind in der Auswahl der Ziele, aber auch der Methoden, ihre Forschungsziele zu verwirklichen", erläuterte die Wissenschaftlerin. Die Anwendung der Forschungsergebnisse sei ein weiterer entscheidender Faktor: "Auch wenn das primäre Ziel der akademischen Forschung das Verständnis der Biologie der Pflanze und ihrer Umwelt ist, stellt sich dem Forscher doch ständig die Frage nach der Nutzung seiner Ergebnisse. Auch regt die Vorstellung, dass die eigene Forschung zum Wohl der Menschheit schließlich Anwendung finden möge, die Ideen und ihre Ausführungen stark an. Wer forscht gerne "für die Schublade"? ", so Nüsslein-Volhard.
Am Beispiel der Katastrophe von Japan schilderte Sentker in seinem Festvortrag eindrücklich das prekäre Verhältnis von Wissenschaft zu Gesellschaft und Politik. "In dem Maß, in dem Politiker auf wissenschaftliche Argumente zurückgreifen, um ihre Entscheidungen zu begründen, gerätdie Wissenschaft in die Wahl- und Grabenkämpfe der Politik hinein." Damit einher gehe die Gefahr, dass Wissenschaft parteipolitisch instrumentalisiert werde und sich in der praktischen Umsetzung andere als wissenschaftliche Erkenntnisse in den Vordergrund drängten.
Aufgabe von unabhängiger Wissenschaftskommunikation sei es, die Bedingungen für Wissenschaft zu beleuchten, ihre Interessen abzuwägen, Konflikte aufzudecken und ihre Erkenntnisse vor einem breiten Hintergrund sozialer, ökonomischer und politischer Aspekte zu vermitteln. Die Kunst bestehe darin, Wissenschaft in diesem Sinne kritisch zu begleiten, gleichzeitig aber die Lust an der Erkenntnis und am Fortschritt nicht zu verlieren, sondern im Gegenteil zu wecken und zu fördern. Vor allem die Entwicklungen in den Bereichen Ernährung und Energie seien vor dem Hintergrund von Bevölkerungswachstum und Klimawandel schwer vorhersehbar. Gerade deshalb sei es Aufgabe und Herausforderung der Forschung, möglichst viele verschiedene Optionen für die Zukunft zu schaffen.

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Die Tagungsbände zu den Mendel-Kolloquien mit spannenden Beiträgen zu aktuellen Themen können bestellt werden:
Band 1: Heute schon an morgen denken - Perspektiven moderner Pflanzenzüchtung 
Band 2: Klimawandel - Herausforderungen für die Pflanzenzüchtung
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