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Die Gregor Mendel Stiftung

Die Pflanzen­züchter wünschen einen inten­siveren ge­sell­schaft­lichen Diskurs über die Not­wen­dig­keit und Be­deutung der Pflanzen­züchtung. Zu diesem Zweck haben sie am 5. November 2002 in Bonn die Gregor Mendel Stiftung gegründet. Die Stiftung bietet ein Forum für die Auseinandersetzung mit Zukunftsfragen rund um das Thema Pflanze. Die von der Gregor Mendel Stiftung ausgerichteten Kolloquien und Diskussions­veranstaltungen finden interdisziplinäre Beachtung und tragen erfolgreich zur Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und gesellschaftlichen Entscheidungsträgern bei.
Die Gregor Mendel Stiftung fördert innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Pflanzenzüchtung. Herausragende Erfolge auf dem Gebiet der Pflanzenzüchtung zeichnet die Stiftung mit dem Innovationspreis Gregor Mendel aus.

Innovationspreis Gregor Mendel 2018 für S. Exzellenz Monsignore Professor Marcelo Sánchez Sorondo, Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften

Wissenschaft ist elementar für Fortschritt

Berlin, 27. April 2018. Im Rahmen der 73. öffentlichen Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) hat die Gregor Mendel Stiftung den Innovationspreis Gregor Mendel 2018 an S. Exzellenz Monsignore Professor Marcelo Sánchez Sorondo, Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, für dessen Verdienste Fortschrittsfragen zum Erhalt der Lebensgrundlage auf höchster wissenschaftlicher Ebene interdisziplinär und ergebnisoffen zu diskutieren, ausgezeichnet.
Die Bedeutung der Wissenschaft für die Gestaltung künftiger Agrarsysteme hob Dr. h. c. Peter Harry Carstensen, Vorsitzender des Kuratoriums der Gregor Mendel Stiftung, in seiner Laudatio für S. Exzellenz Monsignore Professor Marcelo Sánchez Sorondo hervor. Die Wissenschaft habe als Motor für Innovationen in der Vergangenheit viel geschaffen. Mit Blick auf die Zukunft sagte er, dass im Jahr 2050 etwa 10 Mrd. Menschen auf der Erde leben werden. Diese Entwicklung bringt unseren Planeten an seine Grenzen, da die Menschen immer mehr konsumieren und auch immer mehr wertvolle, knappe Ressourcen verbrauchen. Ein Auftrag an die Wissenschaftler dieser Welt sei daher, Forschung darauf auszurichten, dass die Menschen nicht in Hunger, sondern friedlich, frei und nachhaltig auf diesem Planeten leben können. Ein Teil der Forschung müsse sich dabei auf Innovationen aus der Pflanzenzüchtung konzentrieren. Mit Blick auf die Mehrung von Wissen müsse sich die Menschheit immer wieder aufs Neue fragen und abwägen, welche die richtigen Schlussfolgerungen für politisches und wirtschaftliches Handeln zur Lösung der drängenden gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen seien. In der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften sieht er hierbei einen wichtigen Impulsgeber für die notwendige Weiterentwicklung der Forschung. Sie sei ein Brückenbauer zwischen verschiedenen Positionen, die auf höchster Ebene führende Wissenschaftler der Welt aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammenrufe.
Die Aufgabe der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften besteht darin, die Fortschritte in den Wissenschaften zu verfolgen und ethische Einschätzungen zu diesen Innovationen vorzunehmen. In seiner Rede griff er die Worte des ehemaligen Präsidenten der Päpstlichen Akademien der Wissenschaften Prof. Werner Aber auf, der sagte, dass die Zukunft der Ernährungssicherung unzweifelhaft auf dem wissenschaftlichen Ansatz der Pflanzenzüchtung beruhen werde. S. Exzellenz bezog sich in seiner Rede mehrfach auf die Umwelt-Enzyklika Laudato Si von Papst Franziskus, die auch als ein Werkzeug für eine Neuausrichtung einer nachhaltigen Wirtschaft zu verstehen sei. Der Papst habe im Jahr 2015 eine Rede vor den Vereinten Nationen gehalten; S. Exzellenz beschrieb dies als einen einmaligen Moment, in dem sehr viel Synergie zwischen dem Papst, führenden Kirchenvertretern, Vertretern der Nationen und führenden Wirtschaftsvertretern bzgl. Menschenwürde, Frieden und Respekt für unseren Planeten entstanden sei. Die Vereinten Nationen haben daraufhin einstimmig die Sustainable Development Goals (SDG) verabschiedet, die ökonomische, ökologische und soziale Zielsetzungen für gute und gerechte Lebensstandards und -bedingungen sowie den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen umfassen. S. Exzellenz bezeichnete diese als moralische Verpflichtung. Er schloss seine Rede damit, dass es notwendig sei, die wissenschaftliche und institutionelle Komplexität dessen, was wir tun müssen, um die SDGs zu erreichen, zu verstehen. Die Bioökonomie sei eine zentrale Initiative, die dabei helfe, sich neu zu organisieren, sodass es der Menschheit gelingen kann, der neuen moralischen Verpflichtung zu entsprechen.
Gregor Mendel Stiftung
Die 2002 gegründete Gregor Mendel Stiftung schärft den Blick für die gesellschaftliche Bedeutung und die Innovationskraft der Pflanzenzüchtung. Gründungsstifter sind Persönlichkeiten und Familien, die sich der Pflanzenzüchtung über Generationen verpflichtet fühlen. Mit dem Innovationspreis werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die maßgeblich zur Förderung der Wissenschaft und zur Erhaltung der Vielfalt in der Züchtung beigetragen haben. Der Innovationspreis Gregor Mendel 2015 ging an Mahmoud Solh, PhD, Generaldirektor des International Center for Agricultural Research in the Dry Areas (ICARDA), für das Engagement zur Rettung pflanzengenetischer Ressourcen aus der Genbank während der politischen Unruhen in Syrien.

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Die Tagungsbände zu den Mendel-Kolloquien mit spannenden Beiträgen zu aktuellen Themen können bestellt werden:
Band 1: Heute schon an morgen denken - Perspektiven moderner Pflanzenzüchtung 
Band 2: Klimawandel - Herausforderungen für die Pflanzenzüchtung