Gregor Mendel Stiftung verleiht Innovationspreis an Andreas Sentker

Herausragende Wissenschaftskommunikation sowie mutiges Eintreten für Innovation und Forschungsfreiheit gewürdigt

Berlin, 4.4.2011 - Die Gregor Mendel Stiftung hat heute in Berlin ihren Innovationspreis an Andreas Sentker verliehen. Der Preisträger ist Leiter des Ressorts Wissen der Wochenzeitung DIE ZEIT, Herausgeber des Magazins ZEIT Wissen und Gastgeber des ZEIT FORUMS der Wissenschaften. Die Stiftung zeichnete Sentker für sein journalistisches und publizistisches Werk aus. » Andreas Sentker hat sich mit seinem brückenbildenden Eintreten für Innovation und Forschungsfreiheit um die moderne Pflanzenforschung und die Verwirklichung ihrer Potenziale für eine zukunftsfähige Gesellschaft verdient gemacht«, betonte Prof. Dr. George Turner, Vorsitzender der Gregor Mendel Stiftung, während der Übergabe der Preisurkunde an Sentker. Mehr (PDF, 84,49 KB)
Foto Preisverleihung (JPEG, 3,31 MB)
Foto Andreas Sentker (JPEG, 3,13 MB)

Gemeinsames Kolloquium der Gregor Mendel Stiftung und der Eiselen Stiftung

Pflanzenzüchtung als wesentlicher Schlüssel zur Bewältigung von Hunger und Armut

Berlin, 25. November 2009. »Wo leistungsfähige Landwirtschaft entsteht, nimmt der Hunger ab und Wohlstand wächst. Landwirtschaft braucht deshalb Forschung und Pflanzenzüchtung. Wir Pflanzenzüchter sind bereit, unseren Beitrag in der Entwicklungsarbeit zu leisten. Wir wollen unsere Erfahrung teilen und helfen, die genetischen Ressourcen zu erschließen. Nur so können vor Ort bessere und angepasste Pflanzen entstehen.« Dies erklärte Dr. Kartz von Kameke, Kuratoriumsmitglied der Gregor Mendel Stiftung in seiner Eröffnungsrede bei dem Kolloquium »Agrarraumentwicklung und Pflanzenzüchtung - Aufgaben moderner Entwicklungszusammenarbeit«, das gemeinsam mit der Eiselen-Stiftung Ulm durchgeführt wurde.
Eine Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität vor Ort sei unbedingt notwendig, weil die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf 9 Mrd. Menschen weiter anwachse und schon jetzt mehr als 1 Milliarde Menschen hungerten, darin waren sich die Experten des Kolloquiums einig.
Da die landwirtschaftlich nutzbare Fläche begrenzt ausdehnbar sei, liege der Schlüssel zu den Problemlösungen in der Ertrags- und Qualitätsverbesserung durch Züchtung, betonte Anton van Doornmalen vom niederländischen Pflanzenzüchter Rijk Zwaan. Für eine Grüne Revolution in Afrika forderte van Doornmalen, der sich mit einem eigenen Zuchtprogramm in Tansania engagiert, entsprechende Rahmenbedingungen, beispielsweise durch einen Sortenschutz, um offene Innovation überhaupt erst zu ermöglichen.
Dr. Claire Schaffnit-Chatterjee, Deutsche Bank Research, hob auf der Grundlage ihrer Studie »Lebensmittel - eine Welt voller Spannung« hervor, dass Nahrungsmittelproduktion vor Ort gesteigert, mehr Geld für die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern sowie für die Forschung bereit gestellt und der Zugang der Bauern zu Ressourcen gesichert werden müsse. Vor allem sei es wichtig, international konzentrierte Maßnahmen gegen den Klimawandel einzuführen.
Dr. Hanns-Christoph Eiden, Leiter der Unterabteilung EU-Angelegenheiten, internationale Angelegenheiten des Bundeslandwirtschaftsministeriums betonte in seinem Vortrag, dass die Sicherung der Welternährung auf breiter Front die Schwerpunktaufgabe der internationalen Politik sei. Die im Rahmen des Welternährungsgipfels in Rom reformierte »Globale Partnerschaft für Landwirtschaft, Nahrungssicherheit und Ernährung« sei ein wesentliches Mittel zur Koordination aller Akteure. Maschinen, Saatgut und Dünger seien unabdingbar, wenn auf unterschiedlichen Standorten eine nachhaltige und leistungsstarke Landwirtschaft unter regionalen Verhältnissen betrieben werden solle.
Die vielfältigen Anforderungen an die Entwicklungsarbeit hob Dr. Uschi Eid, ehemalige Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium hervor. Robert Buntzel, Evangelischer Entwicklungsdienst, ergänzte aus der Sicht der evangelischen Entwicklungshilfe die Ziele und Wege der agrarischen Entwicklungszusammenarbeit, um die Situation der hungernden Menschen zu verbessern. Über die Gregor Mendel Stiftung Die gemeinnützige Gregor Mendel Stiftung wurde am 5. November 2002 in Bonn gegründet. Sie schärft den Blick für die gesellschaftliche Bedeutung der Pflanzenzüchtung. Mit dem Innovationspreis werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die maßgeblich zur Förderung der Wissenschaft und zur Erhaltung der Vielfalt in der Züchtung beigetragen haben. Die Eiselen-Stiftung Die Vater und Sohn Eiselen-Stiftung in Ulm wurde im Dezember 1978 als gemeinnützige GmbH gegründet und 1991 in eine Stiftung bürgerlichen Rechts umgewandelt. Ihre spezifischen Aufgaben sind die Trägerschaft des Museums der Brotkultur, ehem. Deutsches Brotmuseum, und die Förderung von Forschungsvorhaben zur Verbesserung der Ernährungslage in der Welt. Download (PDF, 29,61 KB)

Gemeinsames Kolloquium der Gregor Mendel Stiftung und der Eiselen-Stiftung Ulm am 25.11.2009 in Berlin:

Sicherung der Welternährung: Agrarraumentwicklung und Pflanzenzüchtung- Aufgaben moderner Entwicklungszusammenarbeit

Berlin, 16. Oktober 2009 - In diesem Jahr wird die Zahl der hungernden Menschen erstmals die Marke von 1 Milliarde überschreiten. Bis zum Jahr 2050 müssen nach einer Schätzung der Welternährungsorganisation FAO 70 Prozent mehr Lebensmittel produziert werden, um dann rund neun Milliarden Menschen zu ernähren. Zusätzlich wird der Klimawandel verbunden mit häufigeren Dürren und Überschwemmungen gerade die landwirtschaftliche Produktion auf der Südhalbkugel beeinflussen und die Lebensbedingungen der Menschen weiter verschlechtern.
Die Gregor Mendel Stiftung und die Eiselen-Stiftung Ulm gehen in einem gemeinsamen Kolloquium am 25. November 2009 in Berlin der Frage nach, wie Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und NGOs gemeinsam zum Aufbau strukturierter und produktiver Agrarräume in Entwicklungsländern beitragen können, um die Nahrungsmittelversorgung der Menschen zu verbessern. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf den Potenzialen einer Pflanzenzüchtung vor Ort liegen.
Kompetente Redner stellen die künftigen Herausforderungen an die Entwicklungszusammenarbeit vor. Es wird aufgearbeitet, wie die Lebensmittelproduktion weltweit verteilt ist und was Landwirtschaft und Pflanzenzüchtung leisten müssen, damit sie die rasant wachsende Zahl die Menschen ernähren können. Ein direkter Meinungsaustausch auch mit dem Publikum findet in der anschließenden Podiumsdiskussion statt.

Das detaillierte Programm:

13.00 Uhr: Entwicklungsarbeit für die Welt der Zukunft - Herausforderungen und Schwerpunkte
Dr. Uschi Eid, ehem. Parl. Staatssekretärin, Berlin
13.20 Uhr: Lebensmittel - Eine Welt voller Spannung
Dr. Claire Schaffnit-Chatterjee, Deutsche Bank Research, Frankfurt am Main
13.50 Uhr Die Beschlüsse der G 8 und der G 20 zur Rolle der Landwirtschaft bei der Sicherung der Welternährung
MinDirig Dr. Hanns-Christoph Eiden, BMELV, Bonn
14.20 Uhr Entwicklungszusammenarbeit durch Aufbau von Strukturen und Märkten - Das Beispiel Pflanzenzüchtung
Anton M. van Doornmalen, Rijk Zwaan B.V., Niederlande
14.50 Uhr Ziele und Wege der agrarischen Entwicklungszusammenarbeit aus kirchlicher Sicht
Dr. Rudolf Buntzel, Evangelischer Entwicklungsdienst, Bonn
15.20 Uhr Podiumsdiskussion: Grüne Revolution, bäuerliche Landwirtschaft, moderne Pflanzenzüchtung - Wer oder was ernährt die Welt der Zukunft?
Die Veranstaltung richtet sich an Interessierte aus der Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Weitere Informationen zum Kolloquium sind erhältlich bei der Gregor Mendel Stiftung, Tel. 0228-98581-28. Anmeldung zur Veranstaltung bitte an info@gregor-mendel-stiftung.de.

 
1. Internationales Gregor Mendel Kolloquium

Welternährung - Pflanzen für die Menschheit

Berlin, 11. November 2008. Das erste internationale Kolloquium der Gregor Mendel Stiftung »Pflanzen für die Menschheit« stand ganz im Zeichen der größten Herausforderung der Menschheit, erschwingliche und hochwertige Lebensmittel für die Weltgemeinschaft in ausreichender Menge zu produzieren. Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise lenkten die Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ein besonderes Augenmerk auf die Bedeutung der Pflanzenzüchtung und die Notwendigkeit eines übergreifenden Ansatzes zur Sicherung der Welternährung. »Wir müssen gemeinschaftlich überlegen, wie wir die Produktivität der Landwirtschaft weltweit vorantreiben können«, so Prof. Dr. George Turner, Vorsitzender des Kuratoriums der Gregor Mendel Stiftung. Das Kolloquium ist hier ein wichtiger und richtiger Ansatz, von anderen zu lernen und gemeinschaftlich nach Lösungsansätzen zu suchen, so das Fazit des Kuratoriumsvorsitzenden. 
 
In einer spannenden Debatte nahmen die Vertreter aus den verschiedensten Bereichen Stellung. Shri T. Nanda Kumar, Staatssekretär aus dem indischen Landwirtschaftsministerium, zeigte das große Potenzial der indischen Landwirtschaft auf. Die indische Landwirtschaft sei auf einem guten Weg und bereits jetzt in der Lage, eine Spitzenstellung in der Welt einzunehmen. Voraussetzung sei es, den Technologie-Transfer und Entwicklung eigener Technologien zu gewährleisten sowie landwirtschaftliche Unternehmer durch eine entsprechende Politik zu fördern. Eine besondere gesellschaftliche Herausforderung liege in der zunehmenden Urbanisierung. 
Dr. Hans-Joachim Preuß, Generalsekretär der deutschen Welthungerhilfe, mahnte Weitblick und mittelfristige Förderung der Landwirtschaft an. Insbesondere seien die angewandte Forschung in den Entwicklungsländern, die Beratung sowie die Förderung von Mikrokrediten wichtige Instrumente, das bislang oftmals nicht ausgeschöpfte Produktionspotenzial zu steigern. Er forderte den Verzicht auf einen schnellen Ausbau der Agrarenergie. 
Dr. Josef Schmidhuber, Welternährungsorganisation FAO, erläuterte die Auswirkungen der verstärkten Nutzung der Agrarenergie auf die Märkte. Nach Berechnung der FAO werden die Nahrungsmittelmärkte zunehmend gesättigt, jedoch schafft ein vorausgesagter hoher Ölpreis ein Mindestpreisniveau für Nahrungsmittel. Die Auswirkungen der Finanzkrise seien nach Auffassung von Schmidhuber noch nicht fassbar. Geringere Liquidität könnte fatale Auswirkungen auf das Kaufverhalten, die Entwicklungspolitik haben, die Hochpreissituation wieder umkehren und einen negativen Investitions- und Kreditschock (privat und öffentlich) nach sich ziehen. 
Die Ansätze zusammenzuführen, forderte Dr. Peter Franck, Pflanzenzucht Oberlimpurg. Pflanzenzüchtung kann standortangepasste Sorten züchten und damit den entscheidenden Anteil zur Steigerung der Produktivität vor Ort leisten. Dies setze jedoch weltweit wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen für Zukunftsinvestitionen voraus. Um das Grundrecht auf Nahrungsmittel für die Menschheit zu gewährleisten, seien globale Agrarforschung und Kooperationen zwischen Wirtschaft, Politik und Forschung unerlässlich, fasste Dr. Franck abschließend zusammen.
Presseinfo als PDF (PDF, 31,15 KB)

zum Seitenanfang

Festveranstaltung zur Verleihung des Innovationspreises Gregor Mendel

am 04. April 2011, 11.00 Uhr
Akademie der Künste
Pariser Platz 4, Berlin-Mitte
Programm (PDF, 748,78 KB)
Zum Betrachten von PDF-Dokumenten benötigen Sie den Acrobat Reader, den Sie bei Adobe kostenlos herunterladen können.