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Anpassung der Nutzpflanzen an ein verändertes Klima

Seit Menschengedenken haben extreme Witterungsverhältnisse zu Missernten und katastrophalen Hungersnöten geführt. Zusätzlich zu diesen mittel- und langfristig nicht vorhersehbaren Ereignissen wird jetzt - wegen der deutlichen Erhöhung des CO2-Gehaltes in der Erdatmosphäre - eine Erwärmung des Weltklimas vorausgesagt. Sie wird verbunden sein mit häufigeren Dürren und Überschwemmungen sowie Stürmen aufgrund hoher Temperaturdifferenzen. In tiefer gelegenen, meist sehr fruchtbaren aber auch dicht besiedelten Küstengebieten drohen Landverluste, eine Versalzung der Böden durch Rückstau und die Vernichtung von Grund- sowie Süßwasservorräten. 
In den klimatisch begünstigten Industriestaaten könnte sich der CO2-Anstieg in der Atmosphäre durch eine noch effektivere Photosynthese hingegen sogar positiv auswirken. Das Pflanzenwachstum dürfte hier noch zunehmen, während zur gleichen Zeit die Ernten in den unterversorgten Entwicklungsländern sinken.
Ursache und Wirkung
Zunächst gilt es deshalb, die Grundlagen zu erforschen, inwiefern sich der Klimawandel auf die Produktivität von Nutzpflanzen auswirkt und welche sekundären Effekte er hat - beispielsweise auf die Photosyntheseleistung, die Krankheitsanfälligkeit, Stickstofffixierung oder Düngungseffizienz. Die Untersuchung der biologischen Mechanismen und ihrer Genetik kann zudem klären, wie sich die Pflanzen an veränderte Umweltbedingungen anzupassen vermögen. 
Biodiversität nutzen
Aufgabe der Züchter ist es, die Variabilität von natürlichen Beständen sowie von Genbank-Sammlungen zu analysieren und die erforderliche genetische Diversität in Eigenschaften zu schaffen, die für eine bessere Anpassung an den Klimawandel aussichtsreich erscheinen. Hierzu zählen beispielsweise die Photosynthese- oder die Wassernutzungseffizienz sowie die Temperatur- oder die Salztoleranz.
Da es nur einen sehr begrenzten Schutz vor den Folgen kurzfristig eintretender klimabedingter Katastrophen gibt, ist es umso wichtiger, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Nutzpflanzenerzeugung stärker auf Nachhaltigkeit auszurichten. Ziel der Züchter muss es deshalb sein, Pflanzen zu entwickeln, die widerstandsfähiger gegen extreme Wetter- und Standortverhältnisse sind und auch unter widrigen Bedingungen möglichst stabile Ernten garantieren.

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