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Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Biodiversität

Menschliche Aktivitäten sind immer auch mit Eingriffen in die Umwelt verbunden. Ziel einer nachhaltigen Bewirtschaftungsform ist es, dass sich die Folgen solcher Eingriffe und entsprechende Maßnahmen zur Rekultivierung die Waage halten. Das biologische System Pflanze kann wesentliche Bausteine zu einer nachhaltigen Landnutzung liefern. 
Intensive und extensive Landwirtschaft
Pflanzen lassen sich gezielt in fortschrittliche Bodenbewirtschaftungssysteme integrieren. Hierzu analysieren die Pflanzenzüchter die genetischen Strukturen von Kultur- und Wildpflanzenarten hinsichtlich ihrer Eignung für eine nachhaltige Landnutzung und für eine Verbesserung der Fruchtfolge. Selektiert und eingekreuzt werden Sorten, die resistent oder tolerant gegen biotische und abiotische Schadfaktoren sind und die Nährstoffe oder Wasser effizient erschließen (low input). 
Rekultivierung
So können Pflanzen entwickelt werden, die durch Modifikation ihrer Stoffwechselprozesse als biologische Reinigungssysteme Schadstoffeinträge in Böden abbauen oder neutralisieren und damit belastete Böden sanieren. Veränderungen des Wurzelsystems verhindern Erosion. Optimierte Blatt- und Sprossfunktionen ermöglichen es, Wasser effizienter zu nutzen. Dank dieser verbesserten Eigenschaften leisten die Neuzüchtungen einen wesentlichen Beitrag zum Gewässer- und Erosionsschutz.
Ebenso können besondere Merkmale und Fähigkeiten eingekreuzt werden, mit denen die Bodenfruchtbarkeit verbessert wird. Mit entsprechend selektierten Pflanzen lassen sich auch strukturell geschädigte Böden wieder in einen besseren Zustand bringen. Dank des Züchtungsfortschritts sind die Nutzpflanzen heute toleranter gegenüber extremen Witterungsbedingungen.
Regionale Versorgung
Durch eine gezielte züchterische Bearbeitung und die Anpassung an spezifische Standortbedingungen können schließlich die Chancen einer regionalen Marktversorgung über einen möglichst langen Zeitraum verbessert werden. Eine solche Saisonverlängerung hat positive ökonomische Effekte für die Betriebe, bei denen die lokale oder regionale Distribution im Vordergrund steht. Den Verbrauchern bietet sie die Möglichkeit, über einen größeren Zeitraum auf heimische Produkte zurückgreifen zu können. In der Umweltbilanz schlagen sich die niedrigeren Belastungen durch kürzere Transportwege positiv nieder. 
Nischenprodukte
Von Interesse für die Züchter sind nicht nur die Pflanzenarten mit weltweit großen Anbauflächen. Auch Arten mit vergleichsweise kleinen Anbauflächen, zum Beispiel im Gartenbau, haben gesamtwirtschaftlich eine erhebliche Bedeutung. Wegen der steigenden Forschungskosten und der schärferen gesetzlichen Anforderungen lohnt es sich allerdings für die Pflanzenschutzmittelindustrie häufig nicht mehr, spezielle Mittel für solche »Nischenprodukte« zu entwickeln. Deshalb ist für diese Kulturarten eine gezielte züchterische Bearbeitung - vor allem im Hinblick auf Resistenzen - notwendig.
Genauso wichtig sind Entwicklungsarbeiten für die Erhaltung der Produktvielfalt bei kleineren Kulturen im Gemüse- und Obstbau; dank der züchterischen Leistung stehen der Praxis sowohl neue Fruchtarten als auch bewährte Sorten mit standortspezifischen Anbaueigenschaften zur Verfügung.

Diversity Seek (DivSeek) - «unlock the wealth of diversity that exists in gene banks»

Die globale Initiative DivSeek wurde im Jahr 2014 gegründet und wird durch den Global Crop Trust, zusammen mit CGIAR und dem Global Plant Council, koordiniert. Unter DivSeek soll die Kulturartendiversität in Genbanken koordiniert erfasst und nutzbar gemacht werden. Zudem sollen weltweit einheitliche Standards für Daten und Protokolle entwickelt werden und eine globale Informationsplattform aufgebaut werden. Die GFPi unterstützt diese Initiative, weil genetische Diversität und ihre Nutzung Voraussetzung für eine erfolgreiche Pflanzenzüchtung sind.

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