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Zusammenfassung
Im Arbeitspaket (AP) 1 des Projektes SynTest wurden Vergleichsuntersuchungen der in Polen (IHAR-PIB) und Deutschland (JKI) verwendeten GL-Methode durchgeführt. Dazu wurden die Pathotypen 2(G1), 6(O1), 8(F1) und 18(T1) mit sieben Sorten eines international üblichen Differenzialsortimentes (EPPO-Standard PM 7/28) getestet. Die vorliegenden Ergebnisse bestätigten die bereits in den Jahren 2009 und 2010 durchgeführte Untersuchungen in fünf europäischen Laboren (Flath et al. 2014), nach denen eindeutig anfällige bzw. resistente Differenzialsorten unabhängig von der verwendeten Testmethode zu identischen Ergebnissen führen. Lediglich die im EPPO-Protokoll als resistent gegenüber den Pathotypen 2, 6 und 8 angegebene Sorte Miriam reagierte in den in AP 1 durchgeführten Untersuchungen sowohl anfällig als auch resistent.
Die Untersuchungen belegen, dass die die GL-Methode für die beiden geprüften Protokolle grundsätzlich zu reproduzierbaren Ergebnissen führen. Um die Ergebnisse unterschiedlicher Prüflabore jedoch vergleichbar zu machen, sollte die Resistenzprüfung möglichst nur nach einer einheitlichen Methode erfolgen. Im Rahmen der Untersuchungen wurde deutlich, dass der EPPO-Standard PM 7/28, bei dem es sich um ein Diagnoseprotokoll zum Nachweis des Kartoffelkrebs-Erregers handelt, nicht für die Durchführung von Resistenzprüfungen geeignet ist. Das betrifft nicht nur das Differenzialsortiment, sondern auch die Bewertung der Symptome. Mit den im Projekt gewonnenen Ergebnissen konnte erstmalig eine gute Basis für die Erarbeitung eines neuen EPPO-Standards für die Kartoffelkrebs-Resistenzprüfung geschaffen werden.
In AP 2 wurde ein neuartiges Differenzialsortiment zur Überprüfung der Identität der in den EU-Ländern für die Resistenzprüfung verwendeten Krebspathotypen in Zusammenarbeit mit deutschen und polnischen Kartoffelzuchtfirmen entwickelt. Dieses Differenzialsortiment besteht ausschließlich aus insgesamt 12 aktuell zugelassenen Kartoffelsorten, die eine eindeutige Differenzierung der fünf hauptsächlich in Europa vorkommenden Pathotyopen ermöglichen. In zukünftig geplanten Ringtests in unterschiedlichen europäischen Laboren soll das Differenzialsortiment auf seine Praxistauglichkeit für die nationale Krebsresistenzprüfung getestet werden.
In AP 3 wurde die Verwendbarkeit von DNA-Markern für die Evaluierung der Pathotyp 1- Resistenz geprüft. Die Untersuchungen belegen, dass der Marker NL25 für die Selektion Pathotyp1-anfälliger und -resistenter Sorten bzw. Stämme im Rahmen des Zuchtprozesses geeignet ist. Dies gibt den Kartoffelzüchtern erstmalig die Möglichkeit, ihr Zuchtmaterial bereits in frühen Generationen auf Krebsresistenz zu testen. Neue, krebsresistente Kartoffelsorten können den Züchtern neue Märkte, insbesondere in Osteuropa und Russland, erschließen.
Der Marker NL25 kann auch für Vortests auf Pathotyp 1-Resistenz im Rahmen der nationale Sortenprüfung verwendet werden. Da aber für die übrigen vier Pathotypen bisher keine diagnostischen Marker entwickelt wurden und bei der amtlichen Sortenprüfung auch Sorten mit maximal 5 Dauersori pro Trieb als resistent eingestuft werden, kann hier vorerst nicht auf Biotests verzichtet werden.
Der ausführliche Gesamtbericht kann über die GFP-Geschäftsstelle bezogen werden: gfpi(at)bdp-online.de
Förderhinweis:
Das IGF-Vorhaben 87 EBR der Forschungsvereinigung GFPi e.V. wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages gefördert.

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